Hockey
McDavid baut seine Punkteserie auf 17 Spiele aus – doch die Ducks schocken die Oilers mit 5:4
Connor McDavid hat am Donnerstagabend im Rogers Place wieder alles gemacht – ein Tor, drei Assists, eine Punkteserie auf 17 Spiele ausgebaut – und stand am Ende trotzdem auf der Verliererseite. Die Anaheim Ducks hielten dem späten Ansturm Edmontons stand und gewannen mit 5:4, ein Ergebnis, das genauso viel über die Nervenstärke der Gäste aussagt wie über den besten Spieler der Welt.
Der Hit, dann die Antwort
Mitten im Spiel nahm der Abend für Edmonton eine beunruhigende Wendung. Nach einem Schussversuch traf ihn Ducks-Verteidiger Drew Helleson, und McDavid krachte hart gegen den Pfosten. Der Kapitän blieb liegen, stand nur langsam wieder auf – das Rogers Place hielt den Atem an. Er kam zurück – und antwortete auf die einzige Weise, die er kennt. Kurz vor Ende des ersten Drittels bereitete er Bouchards Tor vor, dann traf er zu Beginn des zweiten in Unterzahl selbst, als er seinen eigenen Abpraller aus der Luft zum 10. Saisontor schlug. Mit dieser Vier-Punkte-Nacht steht McDavid nun bei 44 Punkten – 10 Tore und 34 Assists – in 17 Spielen, der beste Wert der Liga. In jedem Oilers-Spiel dieser Saison hat er gepunktet, in allen bis auf fünf sogar doppelt.
Bouchard reiht sich neben Bobby Orr ein
McDavid war nicht der einzige Oiler, der Geschichte schrieb. Bouchard beendete den Abend mit einem Tor und einem Assist und erreichte 30 Punkte in nur 17 Spielen – und stellte damit Bobby Orr ein (17 Spiele 1973/74 und 1969/70), die zweitwenigsten Spiele, die ein Verteidiger je für 30 Punkte brauchte. Auch Leon Draisaitl steuerte ein Tor und einen Assist bei, Ryan Nugent-Hopkins legte zwei Assists nach. Zu dritt haben sie Edmonton erst zum dritten Team in 50 Jahren gemacht, das die ersten drei 30-Punkte-Spieler der Liga stellt – und am Donnerstag reichte es trotzdem nicht.
Sennecke und die Ducks behalten die Nerven
Anaheim aber weigerte sich, nur Statist zu sein. Beckett Sennecke traf zweimal und bereitete ein Tor vor, Cutter Gauthier erzielte sein neuntes Tor in vier Spielen, und die Ducks gingen mit einer 4:2-Führung ins letzte Drittel. Edmonton drängte spät, Bouchard traf 44 Sekunden vor Schluss nach einem Querpass von McDavid zum 5:4 – doch der Ausgleich fiel nicht mehr. Die Ducks (8-7-1) holten in vier ihrer letzten fünf Spiele mindestens einen Punkt. Für Edmonton endete mit der Niederlage eine Serie von fünf Spielen mit mindestens einem Punkt (3-0-2).
Eine Serie für die Geschichtsbücher
McDavid kommt im Schnitt auf 2,59 Punkte pro Spiel, ein Tempo, das die NHL selten gesehen hat. Seine 17-Spiele-Serie ist schon jetzt einer der größten Saisonstarts der Ligageschichte; der Rekord bleibt Gretzkys 51-Spiele-Serie aus 1983/84. Die Oilers (11-3-3), Erster der Pacific Division, empfangen am Samstagabend die Vancouver Canucks. McDavid wird dabei sein – auf der Jagd nach Spiel Nummer 18.