Hockey
Jacob Fowler: Der 21-Jährige, der den Oktober beherrschte
Vor einem Monat begann er die Saison bei den Laval Rocket. Einen Monat später ist Jacob Fowler der NHL-Rookie des Monats Oktober, der heißeste Torhüter im Eishockey — und das Herz eines Canadiens-Teams mit fünf Siegen in Folge.
Die Einberufung, die alles veränderte
Am 7. Oktober verletzte sich Samuel Montembeault im Training. Die Canadiens holten Fowler aus Laval zurück, wo der 21-Jährige die Saison begonnen hatte. Sein erster Start, einen Tag später gegen Nashville, ging daneben: drei Gegentore bei 18 Schüssen, eine 2:5-Niederlage. Niemand ahnte, was folgen würde.
Seitdem hat er nicht mehr verloren. Sieben Siege in Folge — eine Serie, die Montreals Saison verwandelt und den Drittrundenpick von 2023 (Nr. 69) zum unumstrittenen Stammtorhüter gemacht hat, während die Canadiens auf 9-3-2 und den fünften Sieg in Serie kletterten.
Ein historischer Oktober
Die Zahlen sind atemberaubend: acht Starts, 7-1-0, ein Gegentorschnitt von 1,84, eine Fangquote von 93,2 Prozent und zwei Shutouts — 205 Paraden bei 220 Schüssen. Die sieben Oktober-Siege stellen den NHL-Rekord für einen Rookie-Torhüter in einem Oktober ein — eine Marke, die er mit Michal Neuvirth (2010), Ed Belfour (1990) und Jacques Plante (1954) teilt. Der Unterschied: Die drei anderen brauchten elf Spiele. Fowler schaffte es in acht.
Drei Abende prägten den Monat. Am 10. Oktober gegen Detroit hielt er die Red Wings in einem 1:0-Shootout-Sieg (30 Paraden) ohne Tor — der zweite Shutout seiner NHL-Karriere. Am 25. Oktober, beim Heritage Classic in Winnipeg, stoppte er 33 von 34 Schüssen der Jets beim 2:1-Sieg — mit 21 Jahren und 335 Tagen der jüngste Torhüter, der je ein NHL-Freiluftspiel bestritt und gewann.
Dann St. Louis, am 27. Oktober: 46 Paraden, davon 24 im dritten Drittel, beim 2:0-Shutout. Franchise-Rekord für einen Rookie — die meisten Paraden in einem Shutout seit der Saison 1955/56.
Die Ehrungen häufen sich
Die Liga hat es bemerkt: Fowler wurde zum NHL-Rookie des Monats Oktober ernannt, dazu zum dritten Star der Woche (19.–25. Oktober) und zum Spieler der Woche der NHLPA. In Montreal erhielt er den Molson Cup als am häufigsten geehrter Spieler des Monats.
Seine Siegesserie von sieben Spielen stellt ihn neben Carey Price (7-0-0 in 2007/08) in den Rookie-Annalen der Canadiens. Price wird passenderweise am 9. November in die Hockey Hall of Fame aufgenommen — und Fowler ist mit ihm als Idol aufgewachsen, wie fast jeder Torhüter seiner Generation.
Und jetzt?
Die Frage ist nicht mehr, wer im Tor steht, sondern wie weit das noch geht. Das Rennen um die Calder Trophy für den Rookie des Jahres führt nun über Montreal — und der Weg des jungen Floridianers über das Boston College (Mike-Richter-Award 2025) und Laval liest sich immer mehr wie ein Märchen.
Nächster Test: heute, 19 Uhr im Centre Bell, gegen die Winnipeg Jets (4-8-3). Für Winnipeg die Revanche für das Heritage Classic, für Fowler die Chance, Montreals Siegesserie auf sechs auszubauen. Die Fans haben ihre neue Nummer eins längst angenommen.